Interessengemeinschaft Zügen-Landwasser IGZL

Die RhB-Bahnlinie Davos-Filisur

Der Natur abgetrotzt; erbaut 1906 bis 1909

Nachdem der Kanton die Scalettabahn durch das Dischma nach S-chanf verwarf, suchte der aufstrebende Kurort Davos den Anschluss an die 1903 eröffnete Albulalinie. An der Landsgemeinde vom 6. Dezember 1903 hat die Gemeinde Davos einer Kapitalzeichnung von 1 000 000 Franken zugestimmt und damit den Grundstein für den Bau einer Bahnlinie nach Filisur gelegt. Die Beteiligungen der umliegenden Gemeinden und Privater erlaubte am 3. September 1906 den Spatenstich zum Bau der «Davoserlinie».

Krokodil-Lok 415 an der Hippschen Wendescheibe am Wiesener Viadukt


Baustelle am Cavjaviadukt

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Die Bauaufzeichnungen von Oberingenieur Peter Saluz dokumentieren die vielen unerwarteten Probleme wie die Niedergänge von Lawinen und Wildbächen im Unterschnitt, eine schwierige Geologie beim Tunnelbau sowie tiefe Einschnitte für die Pfeiler-Fundation des Wiesenerviaduktes. Für den imposanten Wiesenerviadukt fehlte die nötige Menge und Qualität an Steinen; im Hauptbogen wurden deshalb vorwiegend Betonsteine eingesetzt. Die Naturgewalten und der Zeitdruck zwangen die Ingenieure stets zu neuen Lösungen. Das imposante Holzlehrgerüst, erstellt von Richard Coray in 100 Tagen mit acht Kilometer Kantholz, ermöglichte die termingerechte Erstellung des Viaduktes.

Die am 1. Juli 1909 eröffnete, 19 Kilometer lange Bahnlinie erforderte 14 Tunnels und insgesamt 30 Brücken. Vorerst mit Dampf betrieben, 1919 elektrifiziert, fahren heute auch die Starzüge der RhB, z.B der Bernina-Express, durch das Hochtal des Landwassers und die wilden Zügen.